Presse

Sendebeitrag der Deutschen Welle “Déjà-vu – Kunst, Kopie und Kommerz”

Anmerkung: Erstmals am 3. März 2013 um 10:30 Uhr UTC ausgestrahlt. In dieser Sendung wird u.a. mit einem Interview auch meine Arbeit eingehender kommentiert. Meine Bilder werden in guter Qualität durch die Kamera vermittelt und das Anreiben der Farben lebendig vorgeführt. Allerdings hat die Sprecherin dort bedauerlicherweise Caravaggio zum “Canaletto” umgetauft… ;-)


Gerold Paul, Schicht um Schicht: Der Schweizer Knut Helms kopiert den Ungläubigen Thomas und hatte sogar Zuschauer dabei, in: Potsdamer Neueste Nachrichten, 5.8.2008

„Folgt man dem Kunstwissenschaftler Knut Helms, sind eigentlich Kopien der Ausgangspunkt vieler Originale. Das ist weniger paradox als es scheint. Rubens kopierte Tizian, Delacroix wiederum Rubens, Liebermann einen Frans Hals. Durch sie erst kamen die „Alten Meister“ zu ihrem Wissen und Können. (…) Eine Kopie dieser Qualität ist kein Discount-Produkt, Kopieren kein Abklatsch, der Begriff „Alter Meister“ kein leeres Wort. Sie alle haben so angefangen. Mag Helms die heutige Wissenschaft auch zu sehr loben, so steht doch am Ende seines Hand-Werkes eine echte Kopie, ein Kunstwerk für sich, welches zunehmend Käufer findet – Anerkennung also wie einst zur Potsdamer Königszeit.“

Anmerkung: Einige Zeilen in diesem Artikel geben die in meinem Vortrag wiedergegebenen fachlichen Details nicht ganz adäquat wieder und bringen einen Kenner der Materie zum Schmunzeln. So habe ich das “Bonusrot” gewiss nicht erfunden, es muss heißen: Bolusrot, das ist ein rotes Erdpigment. So steht es bereits in meinem damaligen Katalogbeitrag und den Info-Blättern, die ich den Herren Journalisten ausgehändigt hatte. Auch kann hin und wieder einmal z.B. mit einer Zwiebel zwar eine ölige Lasur im angetrockneten Zustand griffiger für die nächste Farbschicht gerieben werden, wenn man mal scharfe Lösungsmittel wie Terpentin oder Spiritus vermeiden will. Aber Überschüssiges wird hiermit nicht entfernt… Und: es gibt weitaus spannendere Kunstgriffe des Malers zu berichten… ;-)


Susanne Schulze: Beruf Fälscher, in: B.Z., 27.8.2008

„Es ist eine Arbeit, die Geduld erfordert. Hauchfein trägt Knut Helms (36) Farbschicht auf Farbschicht auf. Und nach mehreren Tagen erscheint auf seiner Leinwand das Abbild eines berühmten Werkes: „Der ungläubige Thomas“, ein Bild, das Caravaggio um 1600 malte. (…)
Wie schon Rembrandt & Co. nutzt er alte Farben aus heute fast vergessenen Pigmenten. Dafür raspelt er ockergelbe Terra di Siena, giftgrünen Malachit oder schwarz gebrannte Dattelkerne, vermischt das Farbpulver mit Leinöl. „Jede Kopie ist eine neue Herausforderung, ein Ringen. Man muss auch den Mut haben, die Farbe wieder herunter zu waschen, wenn das Ergebnis nicht stimmt.“